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Digitale Grenzen – Welchen Konflikten steht das Internet bevor und welche Sicherheit können wir im Netz gewährleisten?

  • Linus Neumann Sprecher des Chaos Computer Clubs

Digitale Grenzen: Welchen Konflikten steht das Internet bevor und welche Sicherheit können wir im Netz gewährleisten?
Vor sechs Jahren, lange vor der NSA-Affäre, bekam die Welt einen Vorgeschmack davon, welche Macht und Bedeutung Internetangriffen im 21. Jahrhundert zukommen würde. Mit dem Hackerangriff der Amerikaner und Israelis auf das iranische Atomwaffenprogramm wurde deutlich, dass wir in Zukunft eine ganz neue Art von Krieg erleben werden würden. Damals konnten die meisten nicht erahnen, dass alle deutschen Bürger schon längst von ausländischen Geheimdiensten flächendeckend abgehört wurden.
Die Enthüllungen von Edward Snowden hinterließen uns im Sommer 2013 in einem Gefühl von Schutzlosigkeit und Ohnmacht. Woche für Woche erblickten neue Programme das Licht der Welt und die als sicher geltenden Kommunikationsmittel fielen eins nach dem anderen hinten über. Auch Frau Merkel äußerte sich besorgt und bekannte, dass das Internet für viele immer noch „Neuland“ sei – was die allgemeine Besorgnis nicht gerade verringert hat. Im Jahre 2016 hat sich an diesem Gefühl wenig geändert. Der Bundestag wurde scheinbar nebenbei gehackt und in regelmäßigen Abständen lesen wir in der Zeitung von Sicherheitslücken bei großen Unternehmen und Verbänden. Mit der EU-weiten Vorratsdatenspeicherung, die im vergangenen Jahr zum nationalen Gesetz wurde, hat die Politik als Reaktion auf den Terror die persönliche Freiheit im Internet deutlich eingegrenzt. 2010 hatte das Verfassungsgericht diese Art der Speicherung von Daten noch untersagt. Der Richterspruch aus Karlsruhe zum aktuellen Gesetz ist noch ausstehend. Auch die Redakteure von Netzpolitik.org bekamen mit der Anklage auf Landesverrat die größte Eskalationsstufe seitens des Staates auf ihre Enthüllungen zum Verfassungsschutz zu spüren. Netzpolitik scheint in Deutschland derzeit relevanter und umkämpfter als je zuvor. Doch auch die EU scheiterte 2012 mit der Datenschutz-Grundverordnung an unterschiedlichen Interessen der Mitgliedstaaten. Nun wird im April ein neuer Versuch im Parlament gewagt, einheitliche Standards in Europa zu erlangen.
Um ein bisschen mehr Licht in die Dunkelheit der Bits zu bringen, haben wir mit Linus Neumann unseren Wunschkandidaten im Bereich Netzsicherheit für das Mannheim Forum gewinnen können. Er setzt sich täglich mit Datenschutz und Netzpolitik auseinander und verfügt als Sprecher des Chaos Computer Club über den wohl bestmöglichen Überblick der Lage. Sein wöchentlicher Podcast „Logbuch Netzpolitik“ ist ein politscher Überblick über die aktuellen Geschehnisse und Entwicklungen der Szene.
Mit frischen Erkenntnissen und Enthüllungen vom 32. Chaos Communication Congress (dem europaweit größten Hackerkongress mit über 10.000 Teilnehmer in Hamburg), dessen Ausrichter unter anderem Linus Neumann war, wird er nun uns einen Vortrag über den Status Quo des Internet halten. Unter dem Titel „Digitale Grenzen: Welchen Konflikten steht das Internet bevor und welche Sicherheit können wir im Netz gewährleisten“ geht es auch um die politische Situation, in der sich Deutschland befindet, und um die eigenen persönlichen Möglichkeiten, der Überwachung zu entgehen.
Als sehr unterhaltsamer und kongresserfahrener Redner ist Linus Neumann am Samstag um 09:00 Uhr morgens unser Gast und wird uns vielleicht mit dem gleichen Gefühl der Ohnmacht, jedoch nicht mehr zwangsläufig mit den Gefühl der Unwissenheit, in den abschließenden Forumstag begleiten. Wir erwarten einen spannenden Vortrag mit hohem Unterhaltungswert und sicher dem ein oder anderen Giftpfeil in Richtung der aktuellen Politik.

Sendezeit

Samstag, 12. März 2016
09:00 - 10:30 Uhr

Sendung

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