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Egotronic im Karlstorbahnhof

Wenn sich der Bass anfühlt als würde einem jemand mit gut gewählten Schallwellen die Großhirnrinde massieren, alle Anwesenden eskalieren als gäbe es kein morgen mehr und man sich in kürzester Zeit die Kehle wund geschrien hat, dann kann es gut sein, dass man auf einem Egotronickonzert gelandet ist. Die krasse Antihaltung der Hamburger mag nicht in jedem Wohlgefallen hervorrufen, aber das wollen sie auch garnicht. Mit harten, aggressiven und direkten Texten wird sich mit vielen kontroversen und häufig auch weitgehend totgeschwiegenen Themen, wie beispielsweise Antisemitismus oder den Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen, auseinandergesetzt und Egotronic scheuen sich nicht davor ihre Meinung zu rechten Tendenzen in Songs wie „Tolerante Nazis“ oder Interviews mit teils doch sehr klaren Worten kundzutun. Mit ihrem einzigartigen Stil der sich am ehesten als eine etwas groteskte aber doch sehr geniale Mischung aus Punk, Electro und Synthpop beschreiben lässt, in den auch gern mal ein paar Sounds aus klassischen Videospielen einfließen, stehen die Jungs bis auf ein paar wenige schlechte Nachahmer in Deutschland nahezu allein da. Auch neben der Musik engagiert sich die Band in vielen Initiativen gegen rechte Hetze und mehr Vielfalt in Deutschland und spielten auch schon beim mehreren politischen Festivals die u.a. Geflüchteten zu gute kamen. Ihrer politischen Meinung entsprechend sind Egotronic seit längerem beim links-alternativen Laben Audiolith untergekommen und haben dort mittlerweile 8 Alben und ein paar EP´s veröffentlicht. Ihr neustes Album trägt den Titel „keine Argumente“ und setzt im Großen und Ganzen das fort, was Egotronic ist. Allerdings merkt man an einigen Ecken und Enden leider auch, dass Frontmann Torsun wie auch der Rest der Band nicht mehr in ihren jüngsten Jahren sind und so einen Teil ihren früher beinahe unersättlichen, rohen Energie verloren haben. Allerdings zeigten die bisherigen Liveauftritte der Tour zum neuen Album auf großen Festivalbühnen, wie auch in kleineren Hallen, dass das Ende noch nicht da ist und sie immer noch mehr als fähig sind ein Publikum in Ekstase zu versetzen. Am 18.11. treten die vier auch im Karlstorbahnhof in Heidelberg auf und zum Glück derer, die spontan noch Lust auf einem geilen Abend bekommen haben, sind auch noch ein paar Karten im Vorverkauf zu haben.

 

Photo: Bastian Bochinski

Beginn

Samstag, 18. November 2017
21:00 Uhr