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Filmkritik: „Nerve“

 

Tat oder Wahrheit, nur ohne Wahrheit. Das ist, ganz kurz und knapp, das Konzept hinter Nerve. An dem Onlinespiel kann man entweder als Watcher, also Zuschauer, oder als Spieler teilnehmen. Die Watcher stellen die Herausforderungen, die Spieler müssen diese bestreiten und sich dabei mit dem Handy filmen.

Nach einem Streit mit ihrer besten Freundin entschließt sich Venus spontan, es auch mal an Nerve zu versuchen. Ihre erste Aufgabe: Fahre zu dem Diner XY. Gesagt getan und schon befinden sich 50 Dollar mehr auf dem Konto von Vee und ihrer Mutter. Denn für jede bestandene Aufgabe, gibt es Moneten.

 

Und schon macht das geliebte Smartphone wieder *Pling*. Zweite Aufgabe: Küsse einen Fremden. Nun ist sich das graue Mäuschen nicht mehr sicher, ob sie weitermachen soll, doch die 100 Dollar Belohnung locken verführerisch. Rein zufällig entdeckt sie einen jungen Mann, der ihr Lieblingsbuch liest … Augen zu und durch, denkt sich Vee und lernt so den draufgängerischen Ian kennen und auch er ist Spieler bei Nerve. Ihre nächsten Aufgaben führt das ungleiche Paar vom beschaulichen New Jersey in das aufregende Manhatten.

 

Doch nach und nach geraten die Watcher außer Kontrolle und verlieren jeden Sinn für Realität. Immerhin beobachten sie die Spieler meist nur auf ihren Smartphones und sie können sich online hinter anonymen Nutzernamen verstecken. So werden die Herausforderungen immer waghalsiger. Vee könnte zwar einfach sagen, dass sie aussteigt, doch sie fürchtet um das Leben von Ian und den anderen Spielern.

Wie gefährlich die Macher von Nerve wirklich sind, bekommt Vee am eigenem Leib zu spüren, nachdem sie verrucht, einen Polizisten auf das Spiel aufmerksam zu machen.

 

Mit Emma Roberts und Dave Franco konnten sich die Produzenten zwei der beliebtesten jungen Schauspieler unserer Generation sichern. Allein ihretwegen werden viele jugendliche Zuschauer in die Kinosäle strömen.

Aber auch das Konzept von Nerve überzeugt. In unserer hoch digitalisierten Welt ist so ein Spiel wie Nerve in der Tat nicht unrealistisch. Denn was wollen die Teenies von heute werden? Genau! Ein Star im Internet. Deswegen sind auch die winzig kleinen Cameos von ein/zwei populären Youtubern ein netter Gag der Filmemacher.

 

Für einen Abenteuerfilm/Thriller bietet Nerve tatsächlich viele humorvolle Momente. Doch ein bisschen mehr Nervenkitzel hätte dem Film nicht geschadet. Der routinierte Filmeschauer wird sich zwar durch den Streifen unterhalten fühlen, doch beim Plottwist in der Klimax, wird er nicht aus allen Wolken fallen. Hier wirkt das Drehbuch einfach ein wenig uninspiriert. Und auch die zahlenmäßig wenigen, aber recht offensichtlichen Logiklücken reichen schon aus, um das Filmvergnügen einzuschränken.

Wer aber eher nicht der Typ ist, der noch während des Filmes die Story hinterfragt, der kann ruhigen Gewissens in die Kinotickets für Nerve investieren. Denn alles in allem, ist der Streifen amüsant, stylisch und recht spannend.

 

Filmplakat: © 2016 STUDIOCANAL GmbH

Verfassungsdatum

Donnerstag, 08. September 2016


Redakteure

Eileen Schallhorn

Dabei seit September, 2013

Sendung

Filmtöne