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HRK: Studiengebühren wieder einführen

Der Präsident der Hochschulrektoren- konferenz (HRK) Horst Kippler möchte die Studiengebühren wieder einführen. Das stellte Kippler vergangenen Freitag in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung dar. Der Grund: Die Hochschulen seien unterfinanziert.

Insbesondere vor dem Hintergrund stetig wachsender Studienanfängerzahlen (derzeit jährlich etwa 500.000) steige der Finanzbedarf. Um junge Menschen aus sozial schwachen Familien jedoch nicht von der Aufnahme eines Studiums abzuschrecken, plädiert er für die Einführung von „nachgelagerten Gebühren“: Das Studium selbst soll kostenfrei sein, gut verdienende Absolventen sollen im Nachhinein allerdings zur Kasse gebeten werden.

Politiker aus Union und SPD sprachen sich gegen die Forderung aus. Der Vorschlag sei laut Svenja Schulze (SPD), Wissenschaftsministerin in NRW, der „Versuch, ein erledigtes Thema aufzuwärmen“. Der bayerische Wissenschaftsminister Ludwig Spaenle (CSU) betonte, dass die aktuelle Gebührenfreiheit das Ergebnis einer gesamtgesellschaftlichen Debatte sei. Auch der Studierendenverband fzs äußerte Kritik und verwies auf das Steuersystem als verlässliches Konzept zur Finanzierung von Bildung.

Die Effekte von Studiengebühren sind umstritten. In den letzten Jahren kamen verschiedene Untersuchungen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Anfang 2012 konnte die Bundesregierung keine eindeutige Aussage darüber treffen, ob die studentischen Beiträge zu einer Verbesserung in der Qualität der Hochschulausbildung geführt haben.

In Deutschland wurde seit 2005 in sieben Bundesländern (Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Saarland) Studiengebühren von zumeist 500 Euro pro Semester erhoben. Inzwischen sind sie überall wieder abgeschafft, zuletzt in Niedersachsen seit diesem Semester.

Verfassungsdatum

Sonntag, 19. Oktober 2014


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