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Hongkong: Protest weitet sich aus

In Hongkong dauern die letzte Woche begonnenen Massenproteste für freie Wahlen weiterhin an. Inzwischen haben sich diese über den als „Central“ bezeichneten Finanzdistrikt hinaus auf weitere Gebiete der asiatischen Wirtschaftsmetropole ausgeweitet. Trotz Aufrufen der lokalen Regierung, sich aus den als illegal verurteilten Aktivitäten zurückzuziehen, blockierten die Demonstranten zu Hunderttausenden auch am Montag zentrale Verkehrsachsen und brachten damit das öffentliche Leben der chinesischen Sonderverwaltungsregion zum Erliegen.

Nach dem gewaltsamen Polizeieinsatz am Sonntag mit Tränengas, Pfefferspray und Schlagstöcken hat sich die Situation am Montagnachmittag beruhigt. Die Gerüchte um einen bevorstehenden Militäreinsatz wurden von Honkongs Verwaltungschef Leung Chun Ying dementiert. Die aktuellen Ereignisse führten zu Reaktionen aus aller Welt, unter anderem von den USA und Deutschland, die einen Gewaltverzicht und Toleranz gegenüber den friedlichen Kundgebungen fordern. China warnte andere Länder jedoch davor, sich in seine internen Angelegenheiten einzumischen. Ein Ende der Proteste ist nicht in Sicht. In ihnen wird das Potenzial gesehen, eine politische Wende in Hongkong und sogar in ganz China anzustoßen.

In der Nacht zum Sonntag hatte sich die prodemokratische Bewegung „Occupy Central“ den seit einer Woche laufenden Studentenstreiks angeschlossen, deren Situation zum Ende hin eskalierte. Gemeinsames Ziel besteht darin, friedlich Druck auf die chinesische Regierung auszuüben, damit diese den seit Monaten geäußerten Forderungen nach umfassenden demokratischen Wahlreformen nachgibt.

Hintergrund ist eine im August getroffene Entscheidung des Nationalen Volkskongresses in Peking, wonach die Bürger von Hongkong bei der nächsten Wahl im Jahr 2017 zwar zum ersten Mal direkt über ihren neuen Verwaltungschef abstimmen können, die Kandidaten sollen aber von einem „repräsentativen Komitee“ nominiert werden, das loyal zur kommunistischen Führung Pekings steht und oppositionelle Kandidaten folglich nicht zulässt. Die Protestbewegung erhält aus der Bevölkerung Hongkongs zahlreiche Unterstützung. Viele schlossen sich den Demonstranten an und lieferten ihnen Essen und Schutzbrillen gegen den Einsatz von Pfefferspray.

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Dieses Thema ist in der Sendung
RadiUM am 01.10.14

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Verfassungsdatum

Montag, 29. September 2014


Sendung

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